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UNPERFEKT

Aktualisiert: 19. Dez. 2025

Unperfekt Nr. 1 - 100x100 cm. mit Blattmetall
Unperfekt Nr. 1 - 100x100 cm. mit Blattmetall

Viele Menschen stehen unter dem Druck, nach aussen funktionieren zu müssen. Vergleiche, Bewertungen und Erwartungen prägen den Alltag oft unbewusst. Wir lernen früh, uns anzupassen, zu leisten und Erwartungen zu erfüllen. Dabei verlieren wir leicht den Kontakt zu uns selbst.


Die Serie Unperfekt ist aus genau diesem Spannungsfeld entstanden. Aus dem inneren Druck, richtig sein zu müssen, und aus dem Wunsch, sich davon zu lösen.

Ich lasse bewusst Spuren und Unregelmässigkeiten zu, wie zum Beispiel den inneren Kreis in meinen Bildern. Nicht als Fehler, sondern als Ausdruck von Charakter, Echtheit und Lebendigkeit. Als Einladung, unperfekt sein zu dürfen.


Kunst darf erinnern. Daran, dass Tiefe nicht in Perfektion liegt, sondern im Mut, unvollkommen zu sein.


Unperfekt zu sein heisst für mich, dass ich nicht perfekt sein muss. Perfektionismus hat nichts mit sauberem und exaktem Arbeiten zu tun! Er entsteht aus Unsicherheit. Aus tief verankerten Glaubenssätzen, aus der Suche nach Anerkennung und aus einem Mangel an Liebe und Zuneigung, oft geprägt durch Erfahrungen aus der Vergangenheit.

Die Folgen davon sind Selbstzweifel, innere Unruhe und Entscheidungen, die nicht aus Klarheit, sondern aus Angst getroffen werden.


Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Bewertet zu werden. Sei es durch die Arbeit am Arbeitsplatz, im sozialen Umfeld oder durch Menschen, die uns in Schubladen einteilen, weil wir nicht perfekt genug sind. Nicht gut genug, aus der Sicht von Andern.


Diese Bewertungen wirken nach. Sie beeinflussen unseren Selbstwert und prägen die Entscheidungen in unserem Leben, oft leise und unbemerkt.

Perfekt sein zu müssen, löst emotionalen Stress aus. Ich kenne das. Es ist ein langer und herausfordernder Prozess, zu lernen, unperfekt zu sein. Mensch zu sein mit allen Ecken und Kanten und sich selbst anzunehmen, ohne sich ständig optimieren zu müssen.

Ist dieser innere Berg überwunden, fühlt sich vieles leichter an. Authentischer. Wahrhaftiger. Sich selbst zu sein.


Die Bilderserie Unperfekt ist aus genau diesen Gedanken und Gefühlen entstanden.


100x100 cm. Acryl auf Leinwand - Strukturpaste - Blattmetall


DER INNERE KREIS

Dieses Werk war der Ursprung der Serie. Der innere Kreis als Ausdruck der Seele.

Ja, ich hätte den Kreis perfekt ausmessen und mit einem Zirkel zeichnen können. Doch ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Der Kreis ist aus dem Gefühl entstanden. Intuitiv. Direkt. Ungeplant.


Die halbrunde Struktur, die ich mit meinen Fingern erschaffen habe, ist auf der rechten Seite offen und geht in unregelmässige Quadrate über. Sie steht sinnbildlich für Offenheit. Dafür, dass nicht alles festgelegt sein muss. Dass Entscheidungen sich verändern dürfen.

Ein Symbol dafür, sich täglich neu zu orientieren. Zu spüren, welche Wege stimmig sind. Offen für Neues. Offen dafür, ehrlich zu sich selbst zu sein.


BLATTMETALL

Das Blattmetall erinnert daran, wie wertvoll jeder einzelne Mensch ist. Es steht für Selbstwert und innere Würde. Unabhängig davon, was Andere denken, erwarten oder projizieren.


Unperfekt Nr. 2 - 30x30 cm. Strukturpaste
Unperfekt Nr. 2 - 30x30 cm. Strukturpaste

30 x 30 cm. Acryl auf Leinwand mit Strukturpaste


Im Vergleich zum Werk Nr. 1 ist der Kreis verhältnismässig gross. Bewusst gewählt.

Dieses Werk spricht davon, sich selbst Raum zu geben. Das eigene Potenzial zu erkennen und zu erforschen, wie viel Kraft in uns allen steckt, wenn wir aufhören, uns klein zu machen.

Den Mut zu haben, für sich einzustehen, ist eines der grössten Hindernisse auf dem Weg, Perfektionismus loszulassen. Denn Perfektionismus entspringt einer tief verankerten Unsicherheit, die im Unterbewusstsein wirkt.


Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Und doch richten wir unseren Blick so oft auf das, was vermeintlich fehlt. Wir erklären uns selbst, warum wir nicht genügen.

Perfektionisten stehen sich selbst häufig im Weg. Das Ergebnis scheint nie gut genug zu sein. Also beginnt man von vorne. In der Hoffnung, dass es dieses Mal perfekt wird. Das kostet Zeit, Energie und Lebenskraft. Es führt zu Frustration, Stress und innerer Erschöpfung.


Auch in diesem Werk ist Gold präsent. Es steht für die Erinnerung, dass alles bereits da ist. Dass wir genug sind. Genau so, wie wir sind.

Dieses Gold lädt dazu ein, Selbstzweifel loszulassen, alte Glaubenssätze zu hinterfragen und sich neu zu entdecken. Nicht perfekt. Sondern echt.


Unperfekt Nr. 3
Unperfekt Nr. 3

30 x 30 cm. Acryl auf Leinwand mit Strukturpaste


Die Grundierung habe ich bewusst dunkler gewählt, in der Farbe Anthrazit.

Dieses Bild thematisiert die dunklen Schatten, die entstehen, wenn wir vom Umfeld als unperfekt bewertet werden. Wenn Kritik von aussen kommt und sich festsetzt.

Diese Bewertungen sind oft geprägt vom Bewusstsein, von Erfahrungen und von ungelösten Themen des Gegenübers. Es ist nicht unsere Wahrheit. Und dennoch nehmen wir sie persönlich.

Gedanken beginnen zu kreisen, schlaflose Nächte entstehen, das Gedankenkarussell dreht sich im Kreis. Aufmerksamkeit und Energie fliessen nach aussen. Zu dem, was gesagt wurde, zu dem, was wir hätten anders machen sollen. Dabei entfernen wir uns von uns selbst.


Der innere rote Kreis mit Gold setzt bewusst einen Gegenpol.

Er steht nicht für Harmonie, sondern für Abgrenzung. Für das bewusste Zurückholen der eigenen Kraft. Für den Moment, in dem wir aufhören, uns über Bewertungen zu definieren.


ROT UND GOLD

Rot steht für Aktivierung. Für Handlung. Für den ersten Schritt, nicht länger im Aussen zu verharren. Nicht im Rechtfertigen, nicht im Erklären. Sondern im Entscheiden, für sich selbst einzustehen.


Diese Kraft fehlt oft, wenn wir unsicher, mutlos oder gekränkt sind. Vor allem dann, wenn Bewertungen unser Selbstvertrauen untergraben.


Gold steht für Selbstwert. Nicht als Ideal, sondern als innere Konstante. Als Erinnerung daran, dass Wert nicht verhandelbar ist und nicht von Zustimmung abhängt.


Dieses Werk fordert nicht auf, positiv zu denken. Es zeigt einen inneren Richtungswechsel. Weg von der Fremdbewertung, hin zur eigenen Haltung.


 
 
 

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